Ermittlung und Darlegung des Restwerts

In seinem Urteil vom 13.10.2009 (Aktenzeichen VI ZR 318/08) hat sich der BGH unter anderem dazu geäußert, wie der Restwert eines beschädigten Kfz in einem Gutachten zu ermitteln und darzulegen ist.

Der Sachverständige hatte in seinem Gutachten zum Restwert ausgeführt:

Restwert: Angebot liegt vor € 1.000,00. Der ausgewiesene Restwert basiert auf Ange-boten von Interessenten.

Diese Ausführungen zum Restwert hielt der BGH nicht für ausreichend und bestätigte damit das vorangegangene Urteil des Landgerichts, welches den Restwert selbst auf der Basis eines von der eintrittspflichtigen Versicherung vorgelegten Angebots eines Restwertaufkäufers geschätzt hatte.

Der BGH bestätigt in seiner Entscheidung zwar seine bisherige Rechtsprechung, dass es für die Ermittlung des Restwerts auf den regionalen Markt ankommt (vgl. auch Urteil des BGH vom 13.01.2009 – VI ZR 205/08). Ergänzend zu dieser Rechtsprechung stellt er jetzt jedoch konkrete Anforderungen daran, wie der auf dem regionalen Markt ermittelte Restwert im Gutachten darzulegen ist:

Danach hat der vom Geschädigten mit der Schadensschätzung beauftragte Sachverständige als geeignete Schätzungsgrundlage für den Restwert im Regelfalle

  • 3 Angebote auf dem maßgeblichen regionalen Markt zu ermitteln und
  • diese in seinem Gutachten konkret zu benennen.

    Für den Sachverständigen bedeutet dies, dass ein Gutachten, in dem eine Restwertermittlung vorgenommen wird, regelmäßig nur dann verwertbar ist, wenn die von dem Sachverständigen eingeholten Angebote in seinem Gutachten ausdrücklich aufgeführt werden.

    Links zu den Urteilen

    BGH, Urteil vom 13.10.2009 - VI ZR 318/08

    BGH, Urteil vom 13.01.2009 - VI ZR 205/08